Lebende Legenden

Staffel 2 - Gexi Tostmann - Folge 3

Episode Notes

KEINE FEMINISTIN, ABER IMMER SELBSTBESTIMMT.

In der dritten Folge reflektiert Gexi Tostmann ihre Rolle als Frau und ihren pragmatischen Zugang zur Emanzipation. Die Erzählung beginnt in den frühen 1960er-Jahren während ihres Volkskunde-Studiums (heute Ethnologie) an der Universität Wien. Tostmann schildert die Freiheiten, die ihr das Frausein bot, und ihren ungeplanten Weg zur alleinerziehenden Mutter.

Kampf für Selbstbestimmung: Sie bezeichnet sich selbst nicht als Feministin, demonstriert aber in den 1970er-Jahren aber für die Fristenlösung. Die dramatischen Folgen des Paragrafen 144, darunter der lebensgefährliche Eingriff einer Engelmacherin bei einer Bekannten, bestärken sie in der Überzeugung, dass Frauen die Möglichkeit haben sollen, diese Entscheidung straffrei treffen zu können.


Mutter und Unternehmerin: Im Jahr 1975 erwartet sie mit 33 Jahren ein Kind. Sie zieht ihre Tochter Anna ohne Partner, aber gemeinsam mit ihrer Mutter auf und baut parallel das Geschäft von Tostmann Trachten weiter aus. Anderen Frauen rät sie heute, sich vom ständigen schlechten Gewissen und dem gesellschaftlichen Perfektionsanspruch zu verabschieden.

Abenteuerliche Großmütter: Ihr Taufname Gesine Maria erinnert an zwei Frauen, die sie selbst nie kennenlernte. Tostmann zeichnet die unkonventionellen Lebenswege ihrer Namensgeberinnen nach. Die väterliche Großmutter Gesine lief von ihrer ersten Verlobung davon, floh vor dem Ersten Weltkrieg mit zwei Kindern aus China, ließ sich in Deutschland von ihrem Mann scheiden und baute später eine Pferdezucht auf.

Hören, was bleibt.