Lebende Legenden
Staffel 2 - Gexi Tostmann - Folge 1
Episode Notes
EIN DIRNDL FÜR EINEN LAIB KÄSE.
In der ersten Folge der neuen Staffel erzählt die Unternehmerin Gexi Tostmann von ihren Wurzeln am Attersee. Geboren 1942 in Seewalchen, prägte sie früh ein starkes Gerechtigkeitsempfinden. Die Erzählung spannt den Bogen von der unmittelbaren Nachkriegszeit über die Flucht des Vaters aus russischer Kriegsgefangenschaft bis zur Rückkehr der Familie ins Salzkammergut. Tostmann gibt Einblicke in ein unkonventionelles Elternhaus, das vom kulturellen Kontrast zwischen dem norddeutschen Vater und der oberösterreichischen Mutter geprägt war.
- Historisches Erbe: Die mütterliche Familie war eng mit der Wiener Moderne verbunden. In der Nachbarschaft der großelterlichen Villa verkehrten prominente Persönlichkeiten jener Zeit. Gustav Klimt zählte zu den prägendsten Malern des Wiener Jugendstils. Die Schwestern Flöge entwarfen als avantgardistische Modeschöpferinnen weite Reformkleider fernab des Korsetts.
- Schatten der Vergangenheit: Gexi Tostmann berichtet von der Verhaftung ihres Vaters durch die Gestapo kurz nach der Hochzeit der Eltern. Er war neun Monate im Konzentrationslager Mauthausen gefangen gehalten.
- Gründung mit kargen Mitteln: Im Jahr 1949 begannen die Eltern mit einem Handwebstuhl und einem Schaf namens Anastasia, Trachten zu fertigen. Eines der ersten Dirndln tauschte die Mutter gegen einen großen Laib Käse ein. Dieser Moment legte den Grundstein für Tostmann Trachten, das später weltweit erfolgreiche Trachten-Label.
- Unkonventionelle Schulzeit: Ausgestattet mit Blanko-Entschuldigungen ihres Vaters besuchte sie während der Gymnasialzeit in Linz oft lieber das Kino als den Unterricht.
Hören, was bleibt.