Lebende Legenden
Staffel 2 - Gexi Tostmann - Folge 4
Episode Notes
Die Rebellin im Dirndl – In der vierten und letzten Folge schildert Gexi Tostmann ihren politischen Aktivismus und ihren Widerstand gegen staatliche Bevormundung. Die Unternehmerin erzählt, wie ihr eine Reise in die Sowjetunion im Jahr 1967 bei manchen den Ruf einer Kommunistin einbrachte und warum gerade ihre berufliche Unabhängigkeit den Grundstein für ihre spätere Aufmüpfigkeit legte.
- Besetzung der Hainburger Au: Im Jahr 1984 schließt sie sich der österreichischen Umweltbewegung an und protestiert gegen das geplante Wasserkraftwerk in den niederösterreichischen Donauauen. Als bürgerliche Stimme leistet sie im Auwald zivilen Ungehorsam. Während der Besetzung wirkt sie nachts mäßigend auf die Polizei ein und unterstützt den gewaltfreien Protest für den heimischen Naturschutz.
- Geburtshelferin der Grünen: Für die Bundespräsidentenwahl 1986 stellt Gexi Tostmann der Kandidatin Freda Meissner-Blau Räumlichkeiten in ihrem Wiener Geschäft im Mölkerhof als Wahlkampfbüro zur Verfügung. In diesem Wahlkampf tritt die österreichische Umweltbewegung erstmals geschlossen und bundesweit sichtbar auf, was Anfang 1987 in der historischen Gründung der Partei „Grüne Alternative“ (die heutigen österreichischen Grünen) mündet. Die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl im selben Jahr und der Versuch der österreichischen Bundesregierung, die radioaktive Belastung vor dem SPÖ-Maiaufmarsch zu vertuschen, bestärken ihr Misstrauen gegenüber der etablierten Innenpolitik in Österreich.
- Kampf für liberale Ladenöffnungszeiten: Die Unternehmerin Gexi Tostmann wehrt sich vehement gegen die starren Ladenöffnungszeiten und die Vorschrift, Geschäfte samstags bereits um zwölf Uhr schließen zu müssen. Um diese Einschränkung im österreichischen Handel zu umgehen, meldet sie kurzerhand das freie Gewerbe des Dirndlverleihens an, zieht bis vor den österreichischen Verfassungsgerichtshof und erkämpft 1987 erfolgreich den langen Einkaufssamstag.
Hören, was bleibt.