Friedl Koncilia debütiert 1970 in der österreichischen Nationalmannschaft. Seine weitere Laufbahn dokumentiert die Gegensätze des Profisports. Er spricht über hart umkämpfte Qualifikationsspiele und das unerbittliche Geschäft des Vereinsfußballs. Und dann kam Córdoba. Bei der Weltmeisterschaft 1978 in Argentinien bezwingt Österreich die deutsche Nationalmannschaft mit 3:2. Friedl Koncilia hütet in jenen neunzig Minuten das Tor und erlangt schlagartig Berühmtheit. Gleichzeitig dokumentiert seine Biografie die Härte des Geschäfts, die von zertrümmerten Wirbeln bis hin zu geplatzten Verträgen reicht, bevor ein gänzlich neues Kapitel im Fernen Osten beginnt.
Nudeln gegen Steaks: Während die ostdeutsche Auswahl ihre Leistungsfähigkeit aus Kohlenhydraten schöpf, vertraut der österreichische Verband vor den Spielen noch auf schwere Fleischgerichte. Die heimische Sportwissenschaft steckt in den Kinderschuhen.
Aufstieg zur Weltelite: Nach einigen Misserfolgen gelingt die Qualifikation für die WM 1978. Der Torhüter rückt in den Fokus der Öffentlichkeit und sieht sich plötzlich mit kistenweiser Fanpost konfrontiert.
Vertragspoker im Spitalbett: Ein Zusammenprall in Graz zertrümmert ihm mehrere Wirbel und kostet ihn beinahe die Karriere. Noch in der Klinik beginnen die Feilschereien um seine sportliche Zukunft, die er mit abrupten Entscheidungen beantwortet.
Gescheiterte Transferträume: Konkrete Angebote von New York Cosmos und dem RSC Anderlecht zerschlagen sich in letzter Sekunde an physischen Schwächen und harten Verhandlungsbandagen. Er kehrt nach Wien zurück, unterschreibt bei der Austria und holt vier Meistertitel.
Die japanische Akribie: Nach dem Ende der aktiven Laufbahn führt ihn der Weg als Trainer zu Gamba Osaka. In Asien begegnet er einer völlig anderen Arbeitsmoral, bei der der Trainerstab jede einzelne Übungssequenz penibel in Notizbüchern festhält.